In der „Welt“ konnten wir heute in einem Artikel lesen, dass die „Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin“ (DGP), die Vereinigung der Lungenärzte, eine Senkung des Stickstoff-Grenzwertes von 40 auf 30 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft fordere. Zitiert wird Professor Schulz vom Helmholtz Zentrum München, der der Zeitung sagte, dass davon auszugehen sei, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Absenkung vorschlagen werde.

Weiter erfährt der Leser, dass in der WHO darüber beraten werde, ob der in der EU geltende Grenzwert noch den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen entspreche.
Was hier als Neuigkeiten verkauft wird, sind aber keine neuen Erkenntnisse. Denn das Positionspapier, auf das sich Herr Schulz bezieht und an dessen Erstellung er in leitender Position beteiligt war, datiert von November 2018. Nicht auf neuen Erkenntnissen.

An der Kritik des ehemaligen DGP-Präsidenten Prof. Köhler und den über 130 weiteren Experten im Januar, die den gesundheitlichen Nutzen der Grenzwerte für Stickstoffdioxide anzweifelten und anmahnten, zwischen Korrelation und Kausalität zu unterscheiden, hat sich seitdem nichts geändert.

Nichts geändert hat sich auch an dem Fakt, dass der Mathematiker Prof. Morfeld jetzt nachgewiesen hat, dass eine häufig für Rechenkunststückchen in Studien verwendete Formel nicht anwendbar sei.

Es gibt für die Aussage von Prof. Schulz keine neuen Fakten oder Studien. Aber in der kommenden Woche soll im Bundestag über die 13. Änderung des Bundesimmissionsschutzgesetztes abgestimmt werden, und darüber, dass eine Konzentration bis 50 Mikrogramm keine Fahrverbote rechtfertigt. Selbst die EU-Kommission signalisiert, dass sie Mitgliedsstaaten Interpretationsspielraum bei der Umsetzung der EU-Luftqualitäts-Richtlinie haben.

Meine Frage: Was ist der Zweck dieses Artikels? Was ist der Nachrichtenwert?

Zur Erinnerung: Wir fordern seit über einem Jahr, dass endlich eine wissenschaftliche Überprüfung des Stickoxid-Grenzwertes vom Bundestag beschlossen wird!

https://www.welt.de/…/Lungenaerzte-fordern-nun-doch-strenge…