Es gab schon mehrmals Hinweise und konkrete Indizien die nahelegten, dass afrikanische Schlepperbanden,  westliche NGOs, sogenannte Rettungsorganisationen und korrupte Regierungsbeamte sehr eng zusammenarbeiten. Ein Reporterteam des italienischen Fernsehkanals „Rete 4“ deckte im Programm „Quarta Repubblica“ ein ganzes Netzwerk von Schleppern, Servicepartner, Werbe-„Agenturen“ bei Facebook und den „zufällig“ beteiligten Rettungsorganisationen auf.

Was dem naiven, gutgläubigen und von Schuldgefühlen geplagten Bürgern als  spontane Seenotrettung verkauft wird, ist in Wirklichkeit oft nichts anderes als eine abgezockte Geschäftswelt, betrieben von bestens organisierten Dienstleistungsanbietern und zahlungskräftigen Kunden und Glücksrittern aus der afrikanischen Mittelschicht.

Die Reportage von Nicola Porro auf  „Rete 4“ zeigt beispielhaft einen von vielen Amateurvideos, der die Überfahrt von circa 20 Migranten, alle männlich, jung – jugendlich,  (im Zweifel immer 17jährig) top-fit und gut gelaunt dokumentiert. Sie starten von Libyen aus, sind bestens ausgerüstet und wissen genau was und wo es sie erwartet: Seawatch-Schiffe, die wenige Seemeilen vor der Küste „zufällig“ die Reisenden „retten“.

Die Videos sind authentisch und existieren zu Hauf, da die „Full-Service-Agenturen“ der Schlepperbanden von ihren „Kunden“ diese Selfie-Videos quasi als Referenz für Folgekunden einfordern. Plakativ betrachtet ist das eine Art Tripadvisor oder „Holidaycheck“ der Schleppermafia. Der Video-Beweis, hier als Lieferschuld des Reisekunden, ist obligatorischer Bestandteil des Reisepakets.

Gebucht wird nicht über den Kataloganbieter im Kaufhaus, sondern ganz modern über Facebook-Gruppen, so z.B. von „Lokman Zwari „mit über 14.000 Followern. Buchbar bei ihm und vielen anderen: Überfahrt, Satelliten-Telefon, GPS-Geräte, 4-5 Telefonnummern zu den nächsten „Seenotrettern“ mit Live-Tracking und Positions-Überwachung, alles inklusive!

Kostenpunkt? Knapp 2000 Euro pro Kopf, ein durchschnittliches Jahreseinkommen in Ägypten oder Nigeria. Risiko? Nicht viel größer als bei Sardegna-Ferries. Wer sich an diesem Business aktiv oder passiv beteiligt, fördert die Pull-Faktoren und somit die Eskalation der Migrationskrise, mit all ihren tragischen Schicksalen. Man muss diesen Schleppern und organisierten Verbrechern auf allen Ebenen endlich das Handwerk legen! Europe? No way!