Heute Abend beginnt in Dortmund der 37. Evangelische Kirchentag. Wie Sie vielleicht gehört haben, wurden Vertreter der AfD – im Gegensatz zu Repräsentanten anderer Parteien – nicht zu Podiumsdiskussionen eingeladen. Kirchentagspräsident Leyendecker will damit verhindern, dass diese Veranstaltung „ein Podium für Propaganda für Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Islamophobie“ bietet. Dem schließt sich auch der EKD-Ratspräsident Bedford-Strom an.

Der diesjährige Kirchentag steht unter dem biblischen Leitspruch: „Was für ein Vertrauen“. Unter dieser Losung geht es um sozialen Zusammenhalt, Gerechtigkeit, Zuwanderung, Integration  – und um das Kernthema Umwelt- und Klimaschutz. Leyendecker sagte in diesem Zusammenhang in einem Interview, als er die AfD-Ausladung begründete, dass er nicht wisse, über was er beispielsweise mit AfD-Chef Alexander Gauland auf einem Podium diskutieren solle: «Ich hab neulich ein Papier der AfD gelesen, da geht es um den Klimawandel. Und da wird bestritten, dass der menschengemacht sei. Und soll ich da irgendjemanden, der eine völlig absurde These vertritt, auf das Podium holen? Was sollen die Kirchentagsbesucher davon lernen können?“

Fest steht: Die evangelische Kirche propagiert statt dem sonst so vielfach angepriesenen Dialog und der Offenheit politisch-korrekte Dogmen und macht sich somit zur Vorfeld-Organisation der Grünen, anstatt sich den „höheren Seinslehren“ zuzuwenden. Wir fordern daher von der Kirche die von ihr selbst erwünschte Vielfalt und Toleranz in der Realität!

Längst haben die Kirchen Deutschlands den „heiligen Kurs“ verlassen und missionieren auf parteipolitischem Kurs. Nicht nur das: Der Kirchentag wird als Instrument im parteipolitischen Wettbewerb missbraucht. Was als Ort der Vielfalt und Toleranz bezeichnet wird, entpuppt sich als genau das Gegenteil: es wird keine andere Meinung zugelassen!

Zudem, wie passt das zusammen: Die AfD wird ausgegrenzt, aber zu Repräsentanten umstrittener Organisationen wie dem türkisch-islamischen Moscheenverband DITIB gibt es keine Berührungsängste.

Der Kirchentag hat mit Kirche nicht mehr viel zu tun. Gestern wurde übrigens dazu ein „Kirchenpolitisches Papier“ unter dem Titel „Unheilige Allianz – Der Pakt der evangelischen Kirche mit dem Zeitgeist und den Mächtigen“ (https://afd-thl.de/wp-content/uploads/sites/20/2019/06/Kirchenpapier_Onlineversion.pdf) in Berlin vorgestellt, das die fünf AfD-Landesfraktionen von Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen zusammengestellt haben. Unter anderem heißt es darin: „Die evangelische Kirche in Deutschland zeigt sich heute, vor allem in Gestalt ihrer führenden Repräsentanten, mehr und mehr als politische Organisation. Unter dem Motto „Das Evangelium ist politisch“ bezieht sie unverhohlen (partei-)politisch Stellung – nicht nur in politischen und ethischen Grundsatzfragen, sondern immer wieder auch in politischen Alltagsfragen. Die dabei vertretenen Positionen sind vor allem solche, die den Regierenden in Bund und Ländern gefallen und die einem linksgrünen politischen Zeitgeist entsprechen, der in den offiziellen politischen Verlautbarungen von Regierungen und Regierungsparteien ebenso wie im Hauptstrom der „tonangebenden“ Medien seine Plattformen und seine Resonanzräume hat.“