In der vergangenen Woche ging die bereits IV. Bundespressefahrt zu Ende. Im Folgenden ein ausführlicher Reisebericht eines Teilnehmers aus meinem Wahlkreis für alle, die mehr erfahren möchten:

„Gute Stimmung und viele neue Eindrücke bei Bildungsreise nach Berlin Vergangene Woche fuhren zum vierten Mal Bürger aus dem Wahlkreis nach Berlin, um den Bundestagsabgeordneten Marc Bernhard in seiner Wirkungsstätte zu besuchen. Diese vom Presseamt der Bundesregierung organisierte viertägige Reise bietet politisch Interessierten die Gelegenheit, auf Einladung eines Abgeordneten nach Berlin zu fahren. Ich fuhr mit – und es war eine gute Entscheidung, denn als einer von 34 Teilnehmern habe ich auf dieser Fahrt nicht nur viel gesehen und gelernt, wir hatten auch den Vorteil, mit Gleichgesinnten unterwegs zu sein, mit denen man ganz ohne Distanzierungsbekundungen ins Gespräch kommen konnte. Dementsprechend gut war die Stimmung im Bus – von Anfang bis Ende.

Nach der Anreise am Mittwoch gab es in unserem Vier-Sterne-Hotel im östlichen Bezirk Lichtenberg ein gediegenes Abendessen. Am nächsten Tag fuhren wir nach dem Frühstück um 9:30 Uhr zunächst zu einer historischen Ausstellung im Deutschen Dom am Gendarmenmarkt und dann zu einem vorzüglichen Mittagessen in der Weinstube der Landesvertretung Baden-Württemberg. So gestärkt ging es weiter zur Gedenkstätte Hohenschönhausen – für viele der am meisten bewegende Programmpunkt. Es handelt sich um ein ehemaliges Stasi-Gefängnis, das zuvor (1945 – 1951) schon von den Sowjets als ‚Speziallager Nr. 3‘ und als Untersuchungsgefängnis eingerichtet worden war. Durch die Gänge und die Vernehmungsräume im Knast der Staatssicherheit wurde meine Gruppe von der ehemaligen DDR- Fernsehmoderatorin Edda Schönherz geführt. Sie war 1974 zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt worden, weil sie sich bei einem Ungarn-Urlaub in der westdeutschen Botschaft nach Ausreisemöglichkeiten für sich und ihre minderjährigen Kinder erkundigt hatte (rbb24 Video). Schönherz saß von den drei Jahren sechs Monate in Hohenschönhausen ab, wurde erniedrigt und psychisch gefoltert, konnte aber nicht gebrochen werden (siehe Video: Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen in 360 Grad).

Abends gab es eine Bootsfahrt mit Abendessen auf der Spree, die schon wegen des sonnigen und recht milden Wetters zu einem besonderen Erlebnis wurde. Der Schiffskapitän, ein ehemaliger Binnenschiffer aus Hamburg, kommentierte kurzweilig und gespickt mit Späßen, was links und rechts während der entspannenden Fahrt zu sehen war: zum Beispiel der Reichstag, das Bundeskanzleramt und das Schloss Bellevue.
Am Freitag stand als politischer Höhepunkt der Bundestag auf dem Programm – inklusive eines Besuchs der Plenarsitzung, die an diesem Tag stattfand. Abfahrt war diesmal bereits um 8:45 Uhr. Dass wir erst um 10 Uhr die Zuschauertribüne des Reichtags bevölkerten, war den umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen geschuldet – es ging zu wie auf einem Flughafen. Während der vorgesehenen 45 Minuten lauschten wir den Erwiderungen der Altparteien zu einem AfD-Antrag, die vor einem Jahr gewährten Finanzhilfen für Griechenland in Höhe von 15 Milliarden wieder zurückzufordern. Peter Boehringer hatte in seiner Rede einen Abriss über die Finanz-Geschichte Griechenlands gegeben, das seit 170 Jahren immer wieder Rettungsgelder einfordert und regelmäßig auch bekommt. Nach der Tribüne wurden wir von Marc Bernhard zu einem einstündigen Meinungsaustausch begrüßt. Er hatte 50 Minuten vor unserem Besuch eine Rede über die gebeutelten Kommunen gehalten, denen der Finanzminister die Mittel für die Rundumversorgung der sogenannten Flüchtlinge von 4,7 auf 1,3 Milliarden Euro kürzen will.

Mittags stiegen wir zusammen mit dem Karlsruher Politiker dem Reichstag aufs Dach, bestaunten die Kuppel, machten das Gruppenbild und genossen bei leicht sonnigem Wetter den Ausblick auf die wiedervereinigte Hauptstadt.

Anschließend stand ein Besuch im Innenministerium an und die Besichtigung des Brandenburger Tors, und wir hatten Gelegenheit, das nahegelegene Denkmal für die ermordeten Juden zu begehen. Es folgte ein Rundgang durch die Dauerausstellung über die deutsche Teilung im sogenannten Tränenpalast beim Bahnhof Friedrichstraße. Gegen 19 Uhr gingen wir zum Abendessen in ein italienisches Restaurant am Alexanderplatz. Zurück im Hotel fand sich ein Teil der Reisegruppe noch zu einer feucht-fröhlichen Diskussionsrunde in der Hotelbar zusammen.

Und auch am folgenden Rückreisetag gab es (wie die ganze Zeit) Gespräche in verschiedenen Konstellationen mit viel Gelächter und guter Laune. Alles in allem eine gelungene Reise und ein großes Privileg! Denn um das gleiche Programm auf eigene Faust zu erkunden, wäre mindestens die doppelte Zeit notwendig gewesen. Wir wurden begleitet von Hilde Mari Ahrens vom Wahlkreisbüro, die die Reise perfekt organisiert hatte. Und auch der Betreuer des Bundespresseamts, der uns als Reiseführer die Stadt nahebrachte, war ein Glücksgriff. Er machte uns nicht nur kenntnisreich auf die wichtigsten Sehenswürdigkeiten aufmerksam, sondern kam mit seinem Dialekt auch rüber wie ein Berliner Urgestein, wenn er auch nicht direkt aus Berlin kommt.

Thomas Rettig