Der beispiellose Stromausfall in Argentinien und Uruguay erscheint unglaublich, aber was in Südamerika passiert ist, ist mittlerweile auch in Deutschland ein Thema – denn Deutschlands kurzsichtige Energiepolitik bietet die perfekten Bedingungen dafür. Zwar können wir uns (noch) glücklich schätzen, dass die Qualität der Stromversorgung hierzulande im europäischen Vergleich auf einem sehr hohen Niveau liegt. 2017 war jeder Bürger im Durchschnitt nur rund 15 Minuten  ohne Strom. Hauptursachen dafür waren Stürme, Hochwasser, Schnee oder andere Umweltereignisse. Das letzte Blackout in Europa, das in Deutschland ausgelöst wurde, liegt 13 Jahre zurück. Doch das kann sich jederzeit wiederholen durch den politisch-ideologisch forcierten Atom- und Kohleausstieg!

Ein überhasteter Ausstieg aus der Kohleverstromung macht unsere Energieversorgung unplanbar und beschert uns über kurz oder lang Versorgungsengpässe. Solange alternative Energien nicht grundlastfähig sind und jederzeit bedarfsgerecht eingespeist werden können, fordern wir die Aussetzung des Ausstiegs aus der Kohleverstromung. Dazu gehört auch die Abschaffung des “Erneuerbare-Energien-Gesetz“ (EEG), denn dieses ist ein planwirtschaftlicher Fremdkörper in der sozialen Marktwirtschaft, der zu massiven Fehlallokationen, Preissteigerungen und einer volatilen Stromproduktion (dem sogenannten Zappelstrom) führt, die sich nicht am Bedarf orientiert.

Heute ist knapp die Hälfte der Stromerzeugungskapazität in Deutschland direkt von Wind und Sonne abhängig. Und bei Windkraft und Solarstromanlagen ist die in jedem Moment maximal erzeugbare Strommenge nicht steuerbar. Somit muss das Wetter möglichst exakt vorhergesagt werden. Aber je größer der Anteil von Wind- und Solarstromanlagen ist, desto größer wird auch das Vorhersage- und Planungsrisiko. Die fehlenden Strommengen müssen daher durch konventionelle Atom-, Kohle- oder Gaskraftwerke im In- und Ausland ausgeglichen werden, oder es muss alternativ auf Lastabwürfe von Wirtschafts- und Industrieunternehmen zurückgegriffen werden. Das bedeutet, dass ein Stromverbraucher (Wirtschafts- und Industrieunternehmen) ungeplant abgeschaltet wird. Ich muss Ihnen an dieser Stelle sicher nicht erklären, dass dadurch für diese Unternehmen hohe wirtschaftliche Schäden entstehen.

Deutschland hat durch den EEG-geförderten Ausbau mittlerweile die höchsten Strompreise in Europa. Netzbetreiber müssen immer mehr investieren, um Versorgungssicherheit zu garantieren. Und es bringt alles nichts: Die CO2-Emissionen werden dadurch nicht weniger, denn der Anteil Deutschlands an den weltweiten CO2-Emissionen beträgt gerade mal zwei Prozent, während Schwellen- und Entwicklungsländer zusammen mehr als 60 Prozent erzeugen. Gemäß dem Pariser Klimaschutzabkommen dürfen sie ihren CO2-Ausstoß bis 2030 unbegrenzt weiter erhöhen. Dieser Alleingang Deutschlands ist nicht nur nutzlos sondern riskant und mit nicht absehbaren negativen Folgen für die Wirtschaft und unseren Wohlstand!