11.09.

Auf Einladung des Bundestagsabgeordneten der AfD Marc Bernhard und wunderbar organisiert von seiner liebenswürdigen Assistentin Frau Hilde Mari Ahrens beginnen wir am Morgen des 11. September unsere Reise nach Berlin. Die Fahrt führt uns quer durch Mitteldeutschland und angesichts der unzähligen Windkraftanlagen, die die Autobahn säumen, entwickelt sich eine Diskussion über die negativen Folgen dieser Energiegewinnung. Wir sind uns einig: Diese Windräder verschandeln nicht nur die ehemals schöne Landschaft, sondern sind auch eine Bedrohung für unsere Flora und Fauna. Bis zu 600.000 Vögel und bis zu 250.000 Fledermäuse werden von diesen hässlichen Riesen jährlich zerhackt. Besonders bedrohlich für unsere Flora und Fauna sind aber wohl die Milliarden toter Insekten, die sich unter den Anlage sammeln.

Am frühen Abend checken wir schließlich in unserem Hotel ein und nach dem Abendessen kommt Marc Bernhard um uns zu begrüßen.

12.09.

Am nächsten Morgen besuchen wir die ehemalige Zentrale Untersuchungshaftanstalt der Stasi in Berlin-Hohenschönhausen.

Während unser Guide uns im Zellentrakt im Keller des Gebäudes über die Schicksale von Stasi-Opfern aufklärt, mache ich abseits der Gruppe einen Selbstversuch. Ich schließe die Tür einer dieser kleinen fensterlosen Zellen im Keller von innen und bekomme schon nach wenigen Minuten Beklemmungen.

Der Kontrast zu Hohenschönhausen könnte größer nicht sein, als wir anschließend das Botschaftsviertel am Tiergarten in Berlin-Mitte besuchen. In prachtvollen Gebäuden reiht sich hier ein Botschaftsgebäude an das andere. Genau zwischen der Indischen und der Österreichischen Botschaft befindet sich unser Ziel – die Landesvertretung von Baden-Württemberg. Quasi als Botschaft unseres Bundeslandes wird das imposante Gebäude von den Berlinern auch Spätzlebunker genannt. Wir werden von einem Repräsentanten des Hauses, sowie von Marc Bernhard begrüßt und erfahren viel über die Funktionen unserer Landesvertretung.

Wir fahren weiter zu einem der Vorzeigeplätze Berlins, dem Gendarmenmarkt. Hier besuchen wir im Deutschen Dom eine Ausstellung zur Entwicklung der parlamentarischen Demokratie in Deutschland mit dem Titel „Wege, Irrwege, Umwege“. Ich und einige andere sind uns einig, dass die „Ära Merkel“ in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft retrospektiv in die Abteilung „Irrwege“ eingeordnet werden muss. 

Nach einem individuellen Rundgang am Gendarmenmarkt kehren wir zur Stärkung in’s Erdinger ein. Denn dann steht ein weiterer Höhepunkt der Reise an: Eine Führung durch das Bundeskanzleramt. Nach gründlichem Sicherheitscheck besichtigen wir das imposante Gebäude, das – achtmal größer als das Weiße Haus in Washington – das größte Regierungshauptquartier der Welt darstellt. Auf den verschiedenen Ebenen sehen wir die hier ausgestellten Kunstschätze, besichtigen den Internationalen Konferenzraum und gelangen bis in das Zentrum der Macht, den Kabinettssaal im sechsten Stock, wo das Bundeskabinett immer mittwochs morgens tagt. Schließlich genießen wir von der Skylobby, der Aussichtsplattform zwischen der siebten und achten Etage, einen großartigen Blick auf den Reichstag und den gesamten Regierungsbezirk.

13.09.

Unsere erste Station am zweiten Tag ist das Bundesministerium der Verteidigung. Zunächst besuchen wir das Stauffenberg-Ehrenmal im Hof des Bendlerblocks, dann geht es zum obligatorischen Sicherheits-Check. Ein junger Hauptmann hält einen Vortrag über die Arbeit des Ministeriums und im Anschluss haben wir die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Diese zielen vorwiegend auf Skandalthemen wie die Gorch Fock, nicht einsatzfähige U-Boote oder die zwielichtigen Beraterverträge. Unser Gesprächspartner gibt vorsichtig zu, dass die Ära Von-der-Leyen“ ein gewisses Verbesserungspotenzial offenbart hat. Anschließend besichtigen wir noch das „Ehrenmal für die Gefallenen der Bundeswehr“.

Wegen des militärisch strammen Zeitplans erhalten wir im Bus ein Lunchpaket und fahren vorbei am BND mit seinen, sage und schreibe, 7.000 Mitarbeitern zum Paul-Löbe-Haus, gelegen zwischen Bundeskanzleramt und Reichstagsgebäude. Nach dem Sicherheitscheck werden wir über die Funktionen des Gebäudes als Abgeordnetenhaus informiert. Auf einer Nutzfläche von 61.000 qm befinden sich 1.700 Räume, darunter die 550 Büros der Abgeordneten und ihrer Mitarbeiter sowie 21 Sitzungssäle für die Ausschusssitzungen. In einem dieser Säle begegnen wir wieder unserem netten Gastgeber, Marc Bernhard, der uns für Fragen zum Parlamentsbetrieb zur Verfügung steht. Laut Herrn Bernhard werden ausnahmslos alle Anträge der AfD-Fraktion grundsätzlich abgelehnt, einfach nur, weil sie von der AfD stammen. Das wirft – so sind wir uns einig – ein sehr trübes Licht auf das Demokratieverständnis der Altparteien.

Den dritten Sicherheitscheck des Tages durchlaufen wir im Eingangsbereich des Reichstagsgebäudes. Über dem imposanten Portal des Gebäudes steht tatsächlich immer noch eingraviert „Dem Deutschen Volke“ und nicht „Denen die hier schon länger hier leben“, wie ein Mitreisender befürchtet hatte. Erleichterung! Bei der Besichtigung des Plenarsaals bekommen wir sogar noch ca. eine halbe Stunde der aktuellen Haushaltsdebatte mit. Danach steht die Besichtigung des Reichstagsgebäudes und seiner Kuppel an. Von hier oben bietet sich in alle Himmelsrichtungen ein wirklich großartiger Blick über Berlin. Weiter geht es mit einer Stadtrundfahrt durch die Bundeshauptstadt, orientiert an politischen Gesichtspunkten. Unser sehr guter und überaus humorvoller Stadtführer informiert uns hervorragend über die wichtigen politischen Landmarks.

Wir beschließen den Tag mit einer entspannenden Spreefahrt und sehen dabei das Regierungsviertel und Schloss Bellevue nochmals vom Fluss aus.

14.09.

Rückreise wieder bei strahlendem Sonnenschein. Und wieder fahren wir in der Mitte Deutschlands durch einen Wald von Windrädern. Diesmal stehen sie mangels Wind alle still. Wir sind uns einig: Das ist gut für unsere Flora und Fauna, aber – bei gleichzeitigem Atom- und Kohleausstieg – sehr schlecht für unsere Versorgungssicherheit.