Gasspeicher: Statt 70% Füllstand gibt es 100% Hoffnung

Nord Stream hat früher grob ein Drittel unseres Gasbedarfs gedeckt, über Jahre zuverlässig und günstig. Die LNG-Terminals, die uns heute als Ersatz verkauft werden, schaffen selbst bei Volllast nur etwa ein Viertel unseres Bedarfs. Tatsächlich genutzt wird aktuell noch deutlich weniger.
Zum Stichtag 1. November waren die Gasspeicher nur zu 61% gefüllt, gesetzlich vorgeschrieben waren 70. Das ist eine verdammt knappe Nummer: Vor einem Jahr starteten wir mit 75% in den November und landeten Ende Februar bei 20%. Diesmal starten wir rund 14 Prozentpunkte tiefer. Kommt jetzt ein kalter Winter, müssten wir auf dem Weltmarkt mit Asien um jede LNG-Ladung konkurrieren und mit gewaltigen Preisaufschlägen rechnen. Selbst wenn das Gas mit viel Glück reicht, wären die ohnehin hohen Preise für unsere Wirtschaft eine Katastrophe. Allein die Möglichkeit, dass die Industrie bei einer Gasmangellage abgeschaltet wird, ist ein Offenbarungseid für die Regierung.
Wenn diese jetzt bei 61% Entwarnung gibt, setzt sie allein auf einen milden Winter. Nun, die Hoffnung stirbt zuletzt – aber die Industrie davor. Soll das jetzt Deutschlands Motto sein?