1.Tag – 04.12.

Das bewährte Busunternehmen “Trischan” aus Herxheim holte uns Teilnehmer dieser Reise frühmorgens an den im Vorfeld vereinbarten Stationen Karlsruhe-Hauptbahnhof, Autobahnrastätte Bruchsal sowie Mannheim-Sternwarte pünktlich ab. Empfangen genommen wurden wir von unserer charmanten Reiseleitern, Frau Hilde-Mari Ahrens, sowie von unserem Busfahrer Ali, den wir zum Ende der Reise “Turbo-Ali” tauften, da er uns so sicher und flott chauuffierte und auch im Berliner Großstadtverkehr ruhig und gelassen blieb.

Nach mehreren unterwegs eingelegten Pausen bezogen wir um 18:00 Uhr Quartier in unserem vorab gebuchten Berliner Hotel, das im Retrostil der 50er/60er-Jahre eingerichtet ist und im Berliner Stadtteil Wedding liegt. Zum Abendbrot wurde unsere 40-köpfige Reisegruppe nicht nur vom Stadtführer des Bundespresseamtes begrüßt, auch ein schmackhaftes Mahl versüßte uns den Gang zur verdienten Nachtruhe.

 

2.Tag – 05.12.

Um 8:35 Uhr ging es früh los zu unserer ersten Stadtrundfahrt. “Turbo-Ali” hatte schon etwas vorgeglüht, so daß unser Bus schön warm war. Durch den morgendlichen Berufsverkehr ging es durch den Wedding, vorbei an den Borsig-Werken, dem KADEWE, dem Zille-Haus sowie dem Komplex des BND zum Ministerium für Wirtschaft und Energie. Dieses Ministerium ist im restaurierten, traditionsreichen “Invalidenhaus” untergebracht, das einst von Friedrich II. im Jahre 1747 für seine dienstunfähigen Soldaten und ihren Familien erbaut wurden war. Während der DDR-Zeit lag es direkt an der Sektorengrenze, Grenzübergang Invalidenstraße, und beherbergte die Generalstaatsanwaltschaft und das Oberste Gericht des mitteldeutschen Unrechtstaates. Hier fanden u.a. die berüchtigten Schauprozesse der Hilde Benjamin (“Rote Hilde”) statt, die oft mit einem Todesurteil endeten.

Nach einer Sicherheitsüberprüfung wurden wir in einen Sitzungssaal des Gebäudes geführt, um dort einen etwa 60-minütigen Vortrag über die wechselvolle Geschichte des Hauses, als  auch über die aktuellen Aufgaben des Ministeriums, zu hören.

Nach dieser Veranstaltung folgte eine einstündige Stadtrundfahrt durch Berlin Mitte, auf der wir etliche Schauplätze und Gebäude zu historischen Begebenheiten unserer Hauptstadt zu sehen bekamen. Zum Ende fuhren wir zum Bundespresseamt, daß uns mit allerhand bedruckten Papier der unterschiedlichen Ministerien eindeckte. Auffallend  waren die vielen (Propaganda-)schriften, die sich mit illustren Themen wie “Gender”, “Rechtsradikalismus”, “Ausländerfeindlichkeit” und “Migration” beschäftigten. Augenscheinlich muß es zu diesen linken Lieblingsthemen eine Menge sprudelnder Geldtöpfe geben.

 

 

Unser schmackhaftes Mittagessen nahmen wir wir bei einem ortsbekanntenn Italiener nahe des ehemaligen “Checkpoint Charlie” ein. Nach diesem Mahl ging es weiter, und zwar quer durch Berlin zur Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen. Hier wurde allen Teilnehmer beim Rundgang durch die Kellergewölbe mit den verschiedenen Zellentrakten dieses ehemaligen Stasi-Untersuchungsgefängnisses noch einmal bewußt, welch menschenunwürdiger Staat hier 1989 untergegangen ist. Deshalb ist es um so trauriger, daß der langjährige Leiter und Gründer des Hauses, Hubertus Knabe, einer Intrige des linken Kultursenators von Berlin, Lederer und der CDU-Politikerin Grütters zum Opfer gefallen ist. Anscheinend gibt es einflußreiche Kräfte in diesem Lande, die die Geschichte der DDR im Sinne einer “antifaschistischen Geschichtsbetrachtung” umschreiben möchten. Und da war ihnen wohl der Antikommunist und eloquente Leiter dieses Erinnerungsortes im Wege.

 

3.Tag – 6.12.

Nach einem ausgiebigen Frühstück chauffierte uns “Turbo-Ali” zum Reichstagsgebäude, im dem der heutige Bundestag seinen Sitz hat. Nach der obligatorischen Sicherheitsüberprüfung ging es ins Haus auf die Zuschauerempore des Plenarsaales. Dort lauschten wir einem kurzweiligen Vortrag über die Aufgaben und die Arbeit des Parlamentes. Anschließend fand ein halbstündiges Gespräch mit unserem Bundestagsabgeordneten,  Marc Bernhard, statt, in dem wir viel über seine parlamentarische Arbeit erfuhren. Zum Ende trafen wir uns alle zum vereinbarten Gruppenphoto unterhalb der gläsernen Reichstagskuppe. Wer jetzt noch Puste hatte, konnte die Spitze der Glaskuppel erklimmen und von dort oben den sagenhaften Rundum-blick über Berlin genießen.

 

 

Zur Pause trafen wir uns dann alle im nahe geparkten Bus, um unsere angekündigten Lunchpakete in Empfang zu nehmen. Während dieser angenehmen Unterbrechung fuhr uns unser Busfahrer zum historischen Mittelpunkt der deutschen Hauptstadt, dem Potsdamer Platz. Hier bekamen alle Teilnehmer die Gelegenheit, die nähere Umgebung individuell in Augenschein zu nehmen. Allerdings war die Zeit knapp bemessen, da noch zwei wichtige Tagespunkte auf dem Programm standen. So fuhren wir bereits eine Stunde später durch das vorweihnachtliche Berlin zur Landesvertretung Baden-Württembergs, um dort ein Abendessen mit schwäbisch-badischer Küche zu genießen sowie einem Vortrag des Leiters über Sinn und Zweck dieser südwestdeutschen Dependence an der Spree zu lauschen. Frisch gestärkt ging es dann zum Kanzleramt, in dem ein gründlicher Sicherheitscheck bereits auf uns wartete. Nachdem dieser durchgestanden war, wurden wir nach einem Vortrag über das Wesen des Hauses in zwei Gruppen durch die “heiligen” Hallen geführt. Auch der Sitzungssaal des Regierungskabinetts blieb uns nicht verschlossen. An der im Haus zur Schau gestellte “modernen” Kunst” schieden sich allerdings die Geister unserer Reisegruppe, wie das anschließende Gespräch unter uns Teilnehmern im Bus ergab.

 

4. Tag – 07.12.

Um 9 Uhr stand unser Busfahrer schon wieder ausgeschlafen und abfahrbereit mit “unserem” Bus vor dem Hotel, um uns mit guter Laune zur Rückfahrt zu begrüßen. Nach dem der letzte Koffer verstaut war, ging es vorbei am Funkturm über die legendäre Avus heraus aus Berlin. Während der Rückfahrt, die Frau Ahrens immer wieder mit dem Herumreichen von Schokolade versüsste, hielten die Herren Geiger sowie Rakow noch zwei interessante Vorträge. Herr Geiger informierte kenntnisreich über die sog. “Energiewende”, die anschließende Diskussion über den technologischen Entwicklungsstand der Atomernergie führte uns Laien vor Augen, daß dieser Energieträger seine Zukunft noch nicht hinter sich hat, sondern im Gegenteil in vielen Ländern wie bspw. China Energieträger Nr. 1 ist. Herr Rakow als zweiter Referent erzählte spannend über sein Leben in der DDR und den vielen Repressalien, denen er dort als Regimekritiker ausgesetzt war.

Zum Ende der Fahrt waren sich alle Teilnehmer einig, daß sich die Fahrt nach Berlin in jeder Beziehung gelohnt hatte. Ein besonderer Dank geht sowohl an unseren Busfahrer, den wir nur wärmstens weiterempfehlen können, als auch an Frau Ahrens, die mit ihrer netten und zuvorkommenden Art für eine angenehme Atmosphäre sorgte.